Wie lernt man Positives Denken?

Wie oft schon habe ich diese Frage gehört: kann man positives Denken lernen? Aber müsste es nicht eher heißen: kann man lernen positiv zu denken? Wie auch immer: die Antwort ist eindeutig „Ja“, aber…

Schön, wenn es Dir schon in die Wiege gelegt wurde und du nur noch davon Gebrauch machen musst. Was aber, wenn es Dir so geht wie der Dame, mit der ich kürzlich ein Gespräch geführt habe.

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Auf meine Frage, ob sie denn jemals in ihrem Leben glücklich gewesen sei, hat sie sehr schnell mit „nein“ geantwortet. Und nach einer kurzen Pause noch ganz entschieden hinzugefügt: „Das war schon immer so und daran lässt sich auch überhaupt nichts ändern!“

Keine Lust zu lesen? Dann kannst du den Text hier anhören:


Diese Antwort hat mich sehr betroffen gemacht und ich wusste im ersten Moment auch gar nicht, was ich darauf antworten sollte. Da behauptet jemand aus tiefer Überzeugung, die Erde sei eine Scheibe und ich soll ihn vom Gegenteil überzeugen?

Um positiv denken zu lernen muss es dir deshalb zuerst bewusst sein, dass deine Gedanken

  • eine negative Ausrichtung haben und
  • für die sichtbaren Ergebnisse in deinem Leben verantwortlich sind.

Denn wenn du bei allem und jedem immer mit dem schlimmsten rechnest und das Leben dir auch jedes Mal wieder zeigt dass du damit Recht hast, dann ist dieses Denken ein Teil deiner Persönlichkeit und fällt Dir sicherlich auch nicht mehr auf.

Vielleicht ärgerst du dich nur über die negativen Ereignisse, die anscheinend immer nur dich treffen, oder ein Freund oder eine Freundin spricht Dich darauf an, dass du immer „so negativ“ bist.

Ja, du kannst lernen anders zu denken um damit auch andere Ereignisse in Dein Leben ziehen. Einzige Voraussetzung dafür ist: du musst es wollen! Wo ist deine Leidensgrenze? Du hast immer die Wahl: das was du denkst, das was du tust – Dein Gehirn, Deine Entscheidung!

Natürlich haftet an diesem „positiven Denken“ ein bestimmtes Klischee, aber davon abgesehen hat die Wissenschaft in den letzten Jahren viel zur Aufklärung beigetragen. Ja, man kann die Fähigkeit des positiven Denkens trainieren.

Die „Positiv-Denker“ haben mehr Selbstvertrauen, sind besser gelaunt, können besser mit Veränderungen umgehen, haben bessere Beziehungen und durch ihre positive Lebenseinstellung im Gegensatz zu den Pessimisten auch eine ganze Reihe von gesundheitlichen Vorteilen:

sie leiden weniger an Depressionen, können besser mit Stress umgehen, werden seltener krank und, wen wundert es jetzt noch, sie haben eine höhere Lebenserwartung.

Unser Gehirn ist dafür gemacht, das Verhalten zu verstärken, das sich sicher und gewohnt anfühlt. Dabei verbraucht es die wenigste Energie. Selbst wenn uns dieses Verhalten mehr schadet als nützt. Wir befinden uns dann in unserer „Komfortzone“ und das fühlt sich erstmal gut und sicher an.

Um etwas zu verändern, müssen wir aber diese „Komfortzone“ verlassen. Täglich und immer wieder. Es ist wie Auto fahren lernen. Am Anfang erfordert es viel Übung und Konzentration, und später ist es ein weitgehend unbewusster Prozess, also wieder „Komfortzone“.

Ist das Glas für dich halb voll oder halb leer? Positiv zu denken kann jeder lernen, egal in welchem Alter und in welcher Situation.

Hier sind 9 Tipps für den Anfang:

Akzeptiere Deine Situation so wie sie momentan ist. Erst dadurch hast du die Möglichkeit etwas zu verändern. Es ist gerade wie es ist und wenn du dich ständig gegen diesen Ist-Zustand wehrst, machst Du dich hilflos und handlungsunfähig. Es kostet Dich unnötig viel Energie.

Wenn du das geschafft hast, dann kannst du mal überlegen, ob an der Situation auch etwas Positives zu finden ist. Das Glück im Unglück sozusagen.

Dankbarkeit ist eine enorme Glücksquelle. Meistens sehen wir immer nur die Dinge in unserem Leben, die uns nicht gefallen. Die vielen positiven Sachen sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Rufe sie dir ins Gedächtnis und sei dankbar dafür. Auch für die Kleinigkeiten. Das Gefühl der Dankbarkeit bringt dich in eine energetisch sehr gute Schwingung.

Lächle öfter mal. Auch nur mal so, ganz für dich alleine. Der Körper versteht die Botschaft schon. Und außerdem kostet ein Lächeln weniger Muskeln als grimmig dreinzuschauen.

Umgib dich mit positiven Menschen. Sie werden dich mit der Zeit „anstecken“. Es ist so viel erfrischender und lebendiger, etwas mit Optimisten zu unternehmen als mit den ewig Miesepetrigen. Im Gegensatz zu den Pessimisten geben sie dir Energie anstatt sie zu rauben.

Vermeide negative Informationsquellen. Auch auf den größten aller Energieräuber solltest du ab sofort verzichten: die Nachrichten im Fernsehen oder Radio genauso wie die Schlagzeilen in der Zeitung.

Konzentriere Dich auf die Dinge die du möchtest, nicht auf die, die du nicht willst. Die Energie folgt immer der Aufmerksamkeit! Das, womit sich dein Gehirn die meiste Zeit beschäftigt, wird es auch verwirklichen wollen. Das ist sein „Auftrag“. Ob dir das bewusst ist oder nicht. Also lass es sich mit schönen Dingen beschäftigen.

Fokussiere dich nicht auf das Problem, beschäftige dich mit der Lösung. Wer immer nur im Kreis um das Problem herum denkt, der findet die Lösung nie. Identifiziere das Problem und mach‘ dich sofort auf die Suche nach der Lösung.

Verabschiede dich vom Perfektionismus. Auch wenn es schwer fällt. Niemand ist perfekt und es um jeden Preis sein zu wollen, kostet viel zu viel Energie und macht unzufrieden.

Hör auf dich zu vergleichen. Du bist du und so wie du bist, bist Du einzigartig. Was andere machen, tun oder haben hat nichts mit dir zu tun. Bleib‘ mit deinen Gedanken bei dir, bei dem, was du hast und kannst.

Hätte, hätte, Fahrradkette. Dinge, die in der Vergangenheit passiert sind, lassen sich nicht mehr ändern. Man kann nur daraus für die Zukunft lernen. Also hör‘ auf über unabänderliches nachzudenken (nachdenken =  hinterher denken) und konzentriere deine Gedanken auf das was du möchtest.

Wenn Du Dich jetzt noch fragst: „Kann ich positives Denken lernen?“, dann würde ich sagen: Du kannst es nicht nur, Du musst es sogar! Für Dich, Dein Leben und die Menschen, die mit Dir zu tun haben.

Kennst Du die Geschichte von den zwei Wölfen? Hier kommt sie:

Ein weiser alter Indianer sitzt abends am Lagerfeuer und erzählt seinem Enkel eine Geschichte:

„In jedem Menschen gibt es zwei Wölfe, die ständig miteinander kämpfen. Der eine Wolf ist böse. Er steht für Zorn, Neid, Eifersucht, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Vorurteile, Lügen, falschen Stolz, Hass und Egoismus.

Der andere Wolf ist gut. Er steht für Freude, Frieden, Liebe, Hoffnung, Heiterkeit, Demut, Güte, Großzügigkeit, Aufrichtigkeit, Mitgefühl und Glauben.“

Der Enkel hörte aufmerksam zu und dachte eine Weile über die Worte des Großvaters nach. Dann fragte er ihn: „Und welcher der beiden Wölfe wird den Kampf gewinnen?“

Der alte Indianer antwortete ihm: „Der, den du fütterst!“

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