Wie erstelle ich mir einen Zielplan?

Ohne Plan läuft auch beim Mentaltraining nichts! Nur ab und zu, wenn Du gerade einmal wieder daran denkst, eine Übung zu machen, bringt leider nicht den gewünschten Erfolg. Es ist wie bei allen Dingen im Leben: von Nichts kommt Nichts und ohne Fleiß kein Preis. Je tiefer bestimmte Überzeugungen in deinem Unterbewusstsein verankert sind,

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desto länger dauert ihre „Überschreibung“. Das musst du dir vorstellen wie eine Festplatte. Ab und an werden alte Dateien gelöscht, neue werden aufgespielt. Aber diese alten Dateien sind nicht verloren, man kann sie jederzeit mit bestimmten Techniken wieder herstellen. So funktioniert auch das Unterbewusstsein. Was wir einmal gelernt haben, bewusst oder unbewusst, bleibt, kann aber vergessen und durch andere Dinge überlagert werden.

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Wenn Du einen Apfelbaum pflanzt, hängen dann später Birnen dran?

So ist es auch mit dem Mentaltraining. Du erntest genau das was du säst. Oftmals geschieht diese Saat aber unbewusst und bringt dann ein unerwünschtes Ergebnis hervor. Und wenn wir uns jetzt noch bewusst machen, dass ein Kind bis zum Alter von sechs Jahren quasi in einem Dauer-Hypnosezustand lebt und alles ungefiltert ins Unterbewusstsein wandert (um später dann vergessen zu werden), so ist es nicht verwunderlich, wenn Dinge, die wir uns bewusst wünschen, von dieser Seite aus boykottiert werden.

Dr. Murphy hat einmal gesagt:

„Sie bekommen im Leben immer nur das, was sie erwarten, und nicht das was sie wollen!“

Das Leben fragt ständig, was Du von ihm willst. Also sag es ihm bitte klar und deutlich. Ansonsten besteht die Gefahr, dass nur Deine Ängste und Befürchtungen, die ständig in deinem Kopfkino ablaufen, zur Wirklichkeit werden. Gib dem Unterbewusstsein also einen Plan! Nur was gesät wird kann auch wachsen. Deinem Unterbewusstsein ist es egal, welchen Plan es ausführen soll. Es wählt nicht aus. Es verwirklicht nur.

Wie sieht denn nun so ein Plan aus?

Als erstes musst Du natürlich wissen, was auf deiner Wunschliste steht. Also nimm Dir ein Blatt Papier, ein bisschen Zeit, und dann schreib alle deine Wünsche auf, die dir spontan in den Sinn kommen. Auch die, von denen du glaubst, dass das nie in Erfüllung gehen kann oder wird. Es ist wichtig, dass du das handschriftlich machst!

Wenn du diese Liste fertig hast, dann suchst du dir drei Wünsche aus, die dir momentan besonders wichtig sind. Für den Anfang und das Erfolgserlebnis wäre es gut, wenn es etwas „kleinere“ Wünsche wären, deren Verwirklichung in absehbarer Zeit möglich wäre. Du musst lernen zu vertrauen und wenn Du gleich mit dem Luxushaus plus Luxusauto anfängst, dann kann das Erfolgserlebnis etwas auf sich warten lassen.

Von diesen drei Wünschen nimmst Du jetzt den, an dem Du gerne arbeiten möchtest.

Und dann nimm wieder ein Blatt Papier, und schreibe deine Vision auf. Zum Beispiel:

Ich bin jetzt in meiner schönen neuen 3-Zimmer-Wohnung. Sie liegt genau in dem Viertel, in dem ich schon immer wohnen wollte. Die Räume sind hell und gemütlich eingerichtet. Wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich direkt in den Park. Meine Nachbarn kommen gerade mit einer Flasche Sekt um mich hier zu begrüßen, usw.

Dann schließe die Augen und fang an Dir vorzustellen, wie es sein wird, wenn Dein Wunsch Wirklichkeit geworden ist:

  • Was hat sich verändert?
  • Wie siehst du dich jetzt?
  • Wie verhalten sich die Menschen in deiner Umgebung?

Versetz dich gedanklich in deinen schon erfüllten Wunsch. Ja, er ist in deinem Gehirn bereits Wirklichkeit! Wie fühlst du dich? Ist alles so wie du es gerne möchtest oder solltest du noch Änderungen vornehmen? Wenn alles perfekt ist, dann lass die Gefühle hochsteigen, die Freude, die Dankbarkeit, und um bei dem Wohnungsbeispiel zu bleiben: das Gefühl in der neuen Küche zu kochen und begeisterte Freunde zu bewirten oder gemütlich auf der Couch zu sitzen und deinen Lieblingsfilm zu schauen usw.

Male dir diese Zukunft in den schönsten Farben aus und versuche das Ergebnis zu fühlen! Das gelingt vielleicht nicht auf Anhieb, aber mit ein bisschen Übung klappt das schon. Fühl dich in die neue Situation hinein. Freue dich über das Ergebnis so als ob es gerade eben wahr geworden wäre.

Dann suchst du dir passend zum Thema eine oder mehrere Affirmationen. Das ist eine gängige und einfach zu praktizierende Methode, der „Festplatte“ Unterbewusstsein neue Inhalte aufzuspielen. Affirmationen sind kurze Sätze, die positiv formuliert sind und durch häufige Wiederholungen alte Überzeugungen „überschreiben“. Natürlich kannst Du Dir die Affirmationen auch selber schreiben. Achte dabei auf die richtige Formulierung.

Diese Affirmation(en) kannst Du mehrmals am Tag laut wiederholen, auch vor einem Spiegel, und/oder mehrfach hintereinander aufschreiben.

Beginne ein Dankbarkeits-/Erfolgstagebuch zu führen. Nimm dir jeden Abend 5 Minuten Zeit und halte darin fest, was sich an diesem Tag Positives ereignet hat oder wofür du dankbar bist. Das verändert mit der Zeit deine Wahrnehmung der Umwelt, gibt dir ein gutes Gefühl, mehr Selbstvertrauen und damit eine andere „Schwingung“.

Zur Unterstützung kannst Du auch sogenannte „Subliminals“ einsetzen (subliminal = unterbewusst, unterschwellig). Das ist Entspannungsmusik, die mit nicht bewusst hörbaren positiven Suggestionen hinterlegt ist. Diese gelangen direkt ins Unterbewusstsein, weil unser Verstand durch diese Art der „Verschlüsselung“ keine Chance hat, Zweifel anzumelden. Subliminals kann man zu jeder Zeit und bei jeder Tätigkeit hören, auch beim Autofahren. Es gibt sie zu den unterschiedlichsten Themen.

Der Wochenplan

Wenn Du alle Bausteine beisammen hast, dann erstellst Du Dir einen Wochenplan. Der könnte dann so aussehen:


Ab sofort solltest du nun ca. 30 Minuten pro Tag an deinem Ziel arbeiten. Welche Übungen du an welchem Tag wie lange gemacht hast, trägst du dann in deinen Wochenplan ein. Zum Beispiel:

  • Vor dem Aufstehen 10 Minuten das Ziel visualisiert
  • Tagsüber 5 Minuten die Affirmationen gesprochen, 10x aufgeschrieben
  • 1x ein Subliminal gehört
  • Vor dem Einschlafen 15 Minuten das Ziel visualisiert

Worauf es hierbei ankommt ist nicht vordergründig die Quantität, also alles so oft wie möglich zu machen, sondern es kommt vielmehr auf die Qualität der Ausführung an und auf die Kontinuität.

Es dauert 21 Tage, bis alte Überzeugungen im Gehirn überlagert werden. Und nach vier bis sechs Wochen solltest du die ersten Auswirkungen deines Trainings feststellen. Die meisten Menschen scheitern hier an ihrer Bequemlichkeit, an mangelnder Ausdauer und an ihren Zweifeln.

Es gibt einen Spruch, den ich immer bemühe, falls das Ergebnis für meine Begriffe etwas zu lange auf sich warten lässt:

Am Ende ist alles gut. Und solange es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

Kleiner Tipp für die Visualisierungen:

Sie wirken am besten, wenn das Gehirn in den sogenannten Alpha-Zustand kommt. Das ist kurz vor dem Einschlafen der Fall, oder wenn man eine Entspannungstechnik, wie zum Beispiel Meditation oder Autogenes Training beherrscht. Damit kann man sich auch tagsüber in diesen Zustand bringen und erreicht ein besseres Ergebnis beim Visualisieren, denn der Alpha-Zustand ist die Brücke zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein!

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